AnfängerIn bleiben

Kiesel 5Den Geist des Anfängers, der Anfän­gerin zu bewahren öffnet die Türe des Ver­ste­hens.

Wir sind lei­der so sehr Spezial­is­ten unseres eige­nen Selb­stes gewor­den, dass kaum eine Chance beste­ht, mit ungetrübten Augen das Leben zu sehen, wie es wirk­lich ist. Meist ste­ht man sich selb­st im Wege, weiss genau, wie die Sache zu laufen hat oder ist gefan­gen in vorge­fassten Mei­n­un­gen über Sinn und Unsinn des alltäglichen Lebens. Der Sinn von ZEN-Med­i­ta­tion kann sich damit nur schw­er erschliessen.

Man neigt dazu, sich end­los in den alten Mustern zu wieder­holen, hält diese für Gott gegeben oder sich selb­st für ein Opfer der unwieder­bringlichen Ver­gan­gen­heit. Das Gestern enthält jedoch keine Aus­sage über den morgi­gen Tag. Und die eigene Ver­gan­gen­heit, bei genauer und acht­samer Analyse, ist nichts anderes, als eine sich wieder­holende Kon­struk­tion von Gedanken und Gefühlen. Nicht wirk­lich son­dern eher ein end­los­er Traum.

Ken­sho — bedeutet sich selb­st zu erken­nen, jen­seits aller Selb­stkonzepte. Jen­seits aller Begren­zun­gen der Ich-Struk­tur.

ZEN-Med­i­ta­tion leit­et dazu an, offen zu sein für diesen einzi­gar­ti­gen Augen­blick. Mit ungetrübten Augen, mit einem wachen Geist. Nicht wis­sen und nicht ver­ste­hen müssen. Ein­fach nur ver­trauen. Anfän­gerIn wer­den in jedem Moment dieses Lebens. Offen, staunend, sich über­raschen lassen von der wun­der­baren Fülle diese Mys­teri­ums, das wir Leben nen­nen.